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SIMKI-Absolventen berichten

Dipl.-Soz.arb./päd. (FH) Johanna Fengler   (Kurs II-VT   2003 - 2009)

Nach dem Studium der Sozialpädagogik an der Hochschule Mittweida, damals noch Fach­hochschule Roßwein, habe ich als Beraterin in der Opferhilfe gearbeitet. Mir war aber klar, dass in meiner Entwicklung noch etwas passieren musste. Ich wollte Psychothera­peutin werden. Es gab dann die Möglichkeit einer Ausbildung zur Kinder- und Jugend­lichenpsychotherapeutin bei SIMKI in Roßwein. In Roßwein war ich ja auch zu Hause.

Ich gehörte zum zweiten Jahrgang. Bei SIMKI habe ich das familiäre Klima geschätzt und das Gefühl, gesehen zu werden mit meinen Bedürfnissen und Stärken.

Dipl.-Soz.arb./päd. (FH) Johanna Fengler

Die methodenübergreifende Ausbildung empfand ich als besonders attraktiv: Ich absolviere eine Ausbildung in meinem Richtlinienverfahren – Verhaltenstherapie – und bekomme noch Einblick in andere Verfahren, wie Tiefen­psychologie oder Systemische Therapie. Also wirklich ein „all-inklusive-Programm”. Im Familienkontext und bei der Behandlung von Kindern ist die Systemischen Therapie für mich sehr effektiv.

Zu den Ausbildungswochenenden bin ich gern gefahren, aller 14 Tage. Das war zeitintensiv, für mich aber kein Problem. Ich war jung und hatte zu Anfang noch keine Kinder.

Mir hat auch gefallen, dass die sogenannte „Freie Spitze”, die an anderen Instituten für z. B. zur Vor- und Nach­bereitung oder zur Fortbildung zur Verfügung steht, bei SIMKI für die Seminare der Erweiterten Verfahren genutzt wurde.

Rückblickend gab es bei SIMKI noch zwei andere Vorteile: Wir hatten während der Ausbildung einen festen Dozentenstamm mit einem Bezug, einer Bindung zum Institut. Und wir waren über den gesamten Zeitraum eine feste Gruppe. Das ist nicht an jedem Institut so.

Inzwischen weiß ich auch, dass Einzelselbsterfahrung als Teil der VT-Ausbildung ziemlich einmalig ist. Meistens wird nur Gruppenselbsterfahrung verlangt. Bis heute nutzt es mir in der Arbeit zu wissen – da sind meine blinden Flecken oder meine eigenen Baustellen. Einzelselbsterfahrung war wichtig.

Ich hatte Glück, dass ich gleich nach dem Abschluss mit einer Sicherstellungsassistenz anfangen konnte. Danach gab es keine Einwände und ich durfte, nachdem ich noch einmal ein Kind bekommen hatte, mit einem eigenen Kassensitz in die Praxis einsteigen. Eine Kassenzulassung zu bekommen, ist heute nicht mehr so leicht möglich.

Ich arbeite seitdem in dieser Praxisgemeinschaft. Jeden Tag kann ich auf das, was ich bei SIMKI in VT, TP und Systemischer Therapie gelernt habe, zurückgreifen.

SIMKI e.V.

Kontakt

Praxisgemeinschaft
impuls – zentrum für systemisches arbeiten
Dipl.-Soz.arb./päd. Johanna Fengler
Bautzner Straße 34 / 36
01099 Dresden

Dipl.-Soz.päd./arb. (FH) Doreen Opfer   (Kurs II-VT   2003 - 2008)

Für mich war SIMIKI aufgrund der Nähe zu Dresden interessant. Das methoden­übergreifende Konzept habe ich erst während des Studiums schätzen gelernt. Es ist bereichernd, die unterschiedlichen Therapieansätze in die therapeutische Praxis integrieren zu können, je nachdem, was die Kinder oder Jugendlichen benötigen.

Für mich waren während des Studiums die Spieltherapie und die Gestalttherapie nach­haltig. Erstere wende ich sehr gern mit jüngeren Kindern an, zweitere hat interessante Selbsterfahrungsprozesse angeregt und ich setze sie gern bei der Arbeit mit Jugendlichen ein.

Die SIMKI-Ausbildung habe ich in der Regelstudienzeit absolviert. Es war nicht immer einfach, denn die Haupterwerbstätigkeit musste in den Hintergrund treten, um das Pensum eines KJP-Studiums schaffen zu können. Somit waren flexible Arbeitszeiten und finanzielle Rücklagen notwendig.

Seit zehn Jahren bin ich in eigener Praxis niedergelassen. Unsere Patienten kommen aus dem Stadtgebiet Dresden, aber auch von außerhalb.

In den letzten zehn Jahren sehe ich einige Veränderungen in der Arbeit mit Jugend­lichen. Früher sind sie häufig auf Druck ihrer Eltern gekommen, das ist heute immer noch oft der Fall, aber mittlerweile rufen sie auch von sich aus an. Viele Jugendliche kennen jemanden aus ihrem Umfeld, der eine Therapie macht oder gemacht hat. Die Akzeptanz von Psychotherapie, besonders in dieser Altersgruppe, ist sehr gestiegen. Das hat m. E. viel mit dem Internetkonsum zu tun. Die Jugendlichen informieren sich über Krankheitsbilder und haben teilweise ein detailliertes Wissen über psychische Störungen und ihre Symptome.

SIMKI e.V. Portrait © AlexanderZam / fotolia#16684860 SIMKI e.V.

Depressive Episoden sind in den letzten Jahren bei Jugendlichen vermehrt diagnostiziert worden. Die Hintergründe sind vielschichtig. Ich denke, Jugendliche sind häufiger mit dem Anspruch konfrontiert „Ihr könnt alles werden”, „Ihr könnt alles machen”. So kommen sie in eine Resignation oder in eine Lethargie hinein, weil sie sich überfordert fühlen oder sich nicht entscheiden können. Es könnte der „falsche Weg” sein, für den sie sich entschieden haben. Aus dieser Überforderung heraus ziehen sie sich in die Depression zurück. Ich erlebe bei Jugendlichen mit gut situiertem Elternhaus im Hintergrund, dass die eigenen Ansprüche zu hoch sind, um dem Ideal der Eltern zu entsprechen. Die Eltern äußern diese Erwartung häufig gar nicht, aber das Vorgelebte lässt unrealistische Vorstellungen vom eigenem Selbst entstehen. Dieses Problem spitzt sich zu. Perspektiven zu entwickeln – was ist möglich, was passt zum/zur Jugendlichen – wird dann zur therapeutischen Aufgabe.

Inzwischen kommen weniger jüngere Kinder. In der Tendenz ist im Kindergarten alles noch entspannt, die Kinder dürfen sich „frei entwickeln”, was häufig verwechselt wird mit einem offenen, weniger strukturgebenden Konzept. Somit wird oftmals verpasst, beim Kind eine innere Struktur aufzubauen. Kommt das Kind in die Schule, werden aber innere Strukturen vorausgesetzt. Hat das Kind diese nicht entwickelt, resultieren daraus Probleme, die u. U. vermeidbar gewesen wären.

Ein Kind hat keine innere Struktur, diese entwickelt sich erst im Laufe des Lebens und vollzieht sich von außen nach innen. In der Therapie arbeite ich mit diesen Erst-, Zweit- und Drittklässlern an der inneren Struktur, damit sie in der Lage sind, Grenzen zu erkennen und einzuhalten. Auch ein Phänomen, das sich in den letzten Jahren zugespitzt hat und dem Mainstream des offenen Konzeptes entspricht. Ich habe jedoch das Gefühl, dass viele Pädagoginnen und Pädagogen die Problematik erkannt haben und vermehrt zu klareren Strukturen zurückkehren.

Es war immer mein Ziel in eigener Niederlassung zu arbeiten. Aber man erkennt erst im Tun, wie vielschichtig und herausfordernd der therapeutische Alltag ist.

Kontakt

Psychotherapeutische Praxis für Kinder und Jugendliche
Dipl.-Soz.päd./arb. Doreen Opfer
Hartigstraße 12
01127 Dresden

Dipl.-Soz.arb./päd. Sabine Jagemann M.A.   (Kurs V-VT   2009 - 2014)

Ich habe Sozialpädagogik und Verhaltenswissenschaften mit dem Schwerpunkt Sozialpsychologie studiert. Vor der Ausbildung bei SIMKI hatte ich mehrere Jahre als Leiterin einer Beratungs- und Begegnungsstätte für Kinder und Jugendliche gearbeitet.

Für die Wahl von SIMKI gab es zwei Gründe: Der eine war der methodenübergreifende Ansatz und der zweite die Wohnortnähe des Instituts. Ich habe drei Kinder und konnte an den Seminarwochenenden nach Hause.

Dipl.-Soz.arb./päd. Sabine Jagemann M.A.

Meine Entscheidung für die Verhaltenstherapie war von Anfang an klar, obwohl ich auch andere Verfahren wie die Tiefenpsychologie und die Systemische Therapie spannend finde. Ich bin der Meinung, dass man die Therapieverfahren gar nicht so klar abgrenzen sollte.

Das Methodenübergreifende in der Ausbildung war sehr bereichernd. Mein „Hafen” ist die Verhaltens­therapie, aber ich fahre gerne mit meinem Boot auch ein Stückchen zu den anderen Verfahren und nehme da mit, was für mich passend ist und ich in meine Arbeit gut integrieren kann.

Die Selbsterfahrung hat mir sehr viel gegeben. Man muss den Mut haben, sich darauf einzulassen und auch den Willen, sich selbst besser kennenzulernen, nach den blinden Flecken zu sehen. Es ist wichtig als Therapeut zu wissen, was für Stärken und Schwächen man hat.

Durch die kombinierte KJP-Master-Ausbildung und die zu erbringenden Prüfungs­leistungen mussten wir uns permanent mit den Inhalten beschäftigt, was den Druck vor der Approbationsprüfung etwas reduziert hat. Die Masterarbeit zum Thema: „Burn out bei Lehrern” habe ich geschrieben, als ich schon in der Praxis war. Noch einmal ein hartes Stück Arbeit.

Das Klinikjahr – wir haben damals noch kein Geld bekommen – war für mich das Schwierigste. Meine Empfehlung ist, sich zeitig dafür das Praktikum zu bewerben, weil es nicht so viele Kliniken im Umkreis gibt.

Ich habe 2014 approbiert, direkt nach fünf Jahren Ausbildung. Das Gelernte konnte ich danach in meiner Arbeit in einem Sozialpädiatrischen Zentrum gut einbringen.

Seit März 2015 arbeite ich in meiner eigenen Praxis in Riesa.

Ich habe die Ausbildung nicht bereut. Es ist ein langer Weg, er kann stressig sein, aber am Ende erfüllend, auf jeden Fall eine Horizonterweiterung und gut für die Persönlich­keitsentwicklung. Wichtig ist in dieser Zeit ein soziales Netz, gerade, wenn man kleine Kinder hat. Die Familie muss den Stress ein bisschen auffangen. Der gute Zusammenhalt in der Ausbildungsgruppe hat auch geholfen.

Man darf auch den finanziellen Aspekt nicht außer Acht lassen – mit der Approbation gibt es gute Verdienstmöglichkeiten.

Riesa, Altmarkt 10 Praxis Sabine Jagemann

Kontakt

Psychotherapeutische Praxis für Kinder und Jugendliche
Dipl.-Soz.arb./päd. Sabine Jagemann M.A.
Altmarkt 10
01589 Riesa