Sächsisches Institut für methodenübergreifende Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (SIMKI) e. V. - Home
Hochschule Mittweida

AUSBILDUNG (APPROBATION UND MASTER) – AUSBILDUNGSKONZEPT

Therapeutisch orientierte Soziale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Die SIMKI-Ausbildung mit dem Ziel der Approbation wird in Teilen zusammengelegt mit einem Masterstudium. Der Masterstudiengang trägt den Titel „Therapeutisch orientierte Soziale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen” und beinhaltet neben den SIMKI-Anteilen Module für Klinische Sozialarbeit, Sozialmanagement und Forschung, um u. a. den Zugang zum höheren Dienst zu ermöglichen.

Die SIMKI-Ausbildung beträgt nach wie vor mindestens zehn Semester. Der Masterstudiengang umfasst sieben Semester, die im Zeitrahmen der zehn SIMKI-Semester (= 4.200 Astd.) studiert werden und die wesentlich einer sozialpädagogischen Erweiterung psychotherapeutischen Handelns dienen.

SIMKI-Fest März 2009, Immatrikulation

Vom Ablauf her beginnt die SIMKI-Ausbildung zunächst mit drei Semestern ohne Masterstudium. Ab dem vierten Semester erfolgt sodann das Masterstudium. Zeitgleich wird die SIMKI-Ausbildung in denjenigen Teilen fortgesetzt, die nicht zum Masterstudium gehören.

Im siebenten MA-Semester erfolgt aufgrund einer „Einstufungsprüfung” die Immatrikulation in die Hochschule Mittweida, so dass die Masterprüfung absolviert werden kann. Nach Abschluss der Masterprüfung kann schließlich die staatliche Abschlussprüfung durchgeführt werden. Am Ende verfügen die Absolventen sowohl über einen Masterabschluss als auch über eine Approbation.

Prinzipiell bleibt es möglich, dass ein Bewerber ausschließlich die SIMKI-Approbationsausbildung anstrebt oder ausschließlich den Masterstudiengang absolviert. Wir sehen jedoch in der Kombination beider Bildungsgänge eine hochattraktive Möglichkeit für Bewerber aus Sozialberufen (FH), einen heilkundlichen Beruf auf gleicher Augenhöhe mit Psychologen und Ärzten auszuüben.

Studienziel

Der Masterstudiengang soll Absolventen eines ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschlusses sowie eventuell eines bereits erworbenen Hochschul-Masterabschlusses zu selbständiger und eigenverantwortlicher psychosozialer Beratung und Behandlung befähigen, um besonders belastete, psychisch gestörte und chronisch psychisch-psychosomatisch erkrankte und behinderte Kinder und Jugendliche sowie deren Bezugspersonen (hard-to-reach Klienten) therapeutisch und (sozial-)pädagogisch zu fördern.

Zugleich werden die Studierenden befähigt, spezialisiertes klinisches Wissen und therapeutisch-sozialarbeiterische Handlungskompetenzen in das Gesundheits- und Sozialwesen einzubringen, wozu auch gehört, entsprechende Führungs- und Leitungspositionen in Institutionen einnehmen zu können.

Charakteristik

Der Masterstudiengang ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Er ist „eher anwendungsorientiert” (i. S. einer angewandten Sozialarbeitswissenschaft).
  • Er qualifiziert zum höheren Dienst (zur Übernahme komplexer Koordinierungs- und An-/ Leitungsaufgaben).
  • Er qualifiziert zur Promotion (für die künftige akademische Selbstvertretung des Faches).
  • Er schafft die Voraussetzung zu weiteren postgradualen Masterabschlüssen.

Das Studium ist modular aufgebaut. Es setzt sich aus sieben theoretischen Studiensemestern zusammen und endet nach Anfertigung der Masterarbeit mit deren Verteidigung in einem Kolloquium.

Das Leistungspunktsystem entspricht dem Europäischen System zur Anrechnung von Studienleistungen (European Credit Transfer System – ECTS).

Das Studium besteht ausschließlich aus Präsenzeinheiten.

Einsatzmöglichkeiten

Ziel des Studiums ist es, den Studierenden eine therapeutisch orientierte Soziale Arbeit zu ermöglichen: z. B. in Einrichtungen der Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie und -psychotherapie, der Kinder- und Jugendhilfe, in kinder- und jugendpsychiatrischen Diensten, in Erziehungs- und Beratungsstellen, in Fach-, Akut- und Reha-Kliniken für Kinder und Jugendliche sowie in Einrichtungen und Praxen, die sich mit Problemen von Gewalt, Missbrauch, Abhängigkeit, Straffälligkeit usw. befassen. Studierende, die zugleich die SIMKI-Approbationsausbildung absolvieren, erwerben eine Heilkundeberechtigung und können sich im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung in eigener psychotherapeutischer Praxis niederlassen.

Kompetenzprofil

Die Studierenden sollen entsprechend dem Dreischritt Wissen-Können-Haltung (knowlegde-skills-attitudes) befähigt werden, Wissen in komplexer und sich verändernder Praxis schöpferisch anzuwenden sowie neues Wissen durch Forschung zu schaffen, zu reflektieren und in praktisches Handeln zu übersetzen. Das Studium zielt deshalb auf die Vermittlung von Methoden, selbständig zu arbeiten, Informationen zu sammeln und diese kritisch zu analysieren und zu bewerten. Hierzu gehören der Erwerb therapeutisch-sozialarbeiterischen Bedingungs- und Interventionswissens, die Herausbildung von methodischen, personalen und interpersonalen Kompetenzen sowie von Forschungskompetenzen und die Entwicklung einer ethisch fundierten professionellen Identität.

Das Studium umfasst daher folgende Kompetenzbereiche:

a) Wissenskompetenz:

  • Wissenschaftliche Grundlagen therapeutisch orientierter Sozialer Arbeit
  • Spezielle Aufgabenstellungen bei Kindern, Jugendlichen und deren Bezugspersonen
  • Relevante Rechtsgebiete in der therapeutisch orientierten Sozialen Arbeit

b) Methodische Kompetenz:

  • Wissenschaftliche Grundlagen psychosozialer Diagnostik, Beratung, Behandlung, Rehabilitation, Prävention und Gesundheitsförderung
  • Grundlagen wissenschaftlich fundierter Beratungs- und Therapieverfahren
SIMKI-Fest März 2009, Immatrikulation

c) Behandlungskompetenz:

  • Grundlagen verhaltenstherapeutischer oder tiefenpsychologisch fundierter Verfahren
  • Störungsspezifische Behandlungsansätze
  • Behandlungskonzepte und -techniken
  • Therapeutische Basisfertigkeiten
  • Therapiemethoden

d) Leitungskompetenz:

  • Führungs- und Personalmanagement
  • Sozial- und Qualitätsmanagement
  • Betriebswirtschaft und Gesundheitsökonomie
  • Arbeitsrecht

e) Forschungskompetenz:

  • Wissenschaftstheorie
  • Quantitative und qualitative Methoden
  • Evaluation
  • Entwicklung von Forschungsdesigns

Bewerbung

Für Bewerber, die ausschließlich den Masterstudiengang absolvieren wollen, ist eine Bewerbung erstmals zum WS 2010 / 11 möglich (s. hierzu: www.sa.hs-mittweida.de).

Für Bewerber, die die Kombination von Master- und SIMKI-Ausbildung absolvieren möchten, ist die nächste Bewerbungsfrist der 31. August 2010 und folgend alle zwei Jahre zum 31. August.

Bewerbungsformular

Ausgaben und Einnahmen der Ausbildungsteilnehmer

Fixe Ausbildungsgebühren

  • Monatlich 315,00 €
    (beinhalten alle Gebühren für theoretische Ausbildung, ambulante praktische Tätigkeit, Lehrpraxen, Zwischenprüfung sowie Verwaltung und Organisation)

Weitere Kosten

  • Verwaltungsgebühr bei Bewerbung 41,00 €
  • Zwei Auswahlgespräche, pro Gespräch 50,00 €
  • Zulassungsseminar an einem Wochenende (20 Astd.) 160,00 €
  • Selbsterfahrung (200 Astd.)
  • Einmalige Studiengebühr (447,67 € am Ende des sechsten MA-Semesters)
  • Gebühr für die staatliche Abschlussprüfung (ca. 300,- €)

Einnahmen

  • Einnahmen der Ausbildungsteilnehmer aus den Behandlungen in der praktischen Ausbildung hängen vom jeweiligen Vertragszustand mit den Kassen ab.
    Die Durchführung von psychotherapeutischen Behandlungen unter Supervision (mindestens 600, maximal 800 Stunden) wird den Ausbildungsteilnehmern vergütet:
    - für die ersten 300 Behandlungsstunden
    - für die Behandlungsstunden 301 bis 600
    - für die Behandlungsstunden 601 bis 800
    25,00 € / Std.
    30,00 € / Std.
    35,00 € / Std.